Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Pressemitteilung

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Pressekonferenz zum Reformationsjahr

  • Nr. 500 Jahre Reformation - und was kommt jetzt? Auf einer Pressekonferenz haben Präses Manfred Rekowski, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph und Projektleiter Martin Engels eine Bilanz zum Reformationsjahr in der rheinischen Kirche gezogen und einen Blick in die Zukunft geworfen.
  • 18.10.2017
  • 2519 Zeichen

„Wir haben in diesem Jahr bewusst die Außenperspektive gesucht“, sagte Präses Manfred Rekowski zu Beginn der Pressekonferenz. „Wir haben mutig und angstfrei andere zur Auseinandersetzung mit uns aufgefordert. Und was dabei herausgekommen ist, war ein großer Gewinn.“

So habe die rheinische Kirche das Kölner N.N. Theater beauftragt, – ohne jegliche Vorgaben – ein Theaterstück über Luther zu entwickeln. „Herausgekommen ist ein Stück, das dicht und klar auf Luther verweist – und nicht nur auf seine Stärken,“  sagte Rekowski über das Stück „Ich fürchte nichts…“, das bisher rund 18.000 Menschen gesehen haben.

Auch bei dem Kunstprojekt „Reformation-Transformation“ hatten Künstlerinnen und Künstler freie Hand sich dem Thema Reformation zu nähern. Und bei einem Workshop haben junge Nachwuchskräfte aus Journalismus, Grafik, Fotografie eigenständig ein Magazin zur Reformation erarbeitet.

Aber nicht nur der Blick von außen ist in dem Reformationsjahr bisher prägend gewesen, sondern auch, dass die rheinische Kirche sich selbst bewegt hat.  „Als Evangelische Kirche im Rheinland sind wir aus uns herausgegangen. Und das im wörtlichen Sinn“, sagte der Präses und verwies dabei etwa auf die Aktion „95 Gottesdienste an außergewöhnlichen Orten, an Orten, wo Menschen schon sind, die sie spannend finden oder an denen sie überrascht werden, dass Kirche und Gottes Wort auch dort sind: in der Kneipe, am Fähranleger, in der IT-Firma, an der Tankstelle.“

"Nicht in unseren Häusern warten"

Nach dem Spiel sei vor dem Spiel, und nun komme es darauf an, was in den Gemeinden und Kirchenkreises weiter passiert. Deshalb setze die Evangelische Kirche im Rheinland einen Doppelpunkt hinter das Jubiläumsjahr: „Nicht in unseren Häusern zu warten, dass Menschen zu uns kommen, sondern dorthin zu gehen, wo die Menschen schon sind, das soll nach dem Doppelpunkt weitergehen“, sagte der Präses.

„So wie Luther und die anderen Reformatoren zu ihren Zeiten Sprache, Bilder, Mittel und Wege gefunden haben, mit dem Evangelium die Menschen zu erreichen, so werden wir auch im Jahr 501 nach dem Thesenanschlag Sprache, Bilder, Mittel und Wege finden, um den Menschen von der Liebe Gottes zu erzählen und sie einzuladen, sich an ihm vertrauensvoll festzumachen.“ 

Jubiläumsjahr mit deutlich ökumenischem Vorzeichen