Pressemitteilung

Der erste Erprobungsraum erhält seinen festen Platz im kirchlichen Handeln

Projekt Segensfeiern wird in Essen und in der Landeskirche angebunden

  • Nr. 80/2023
  • 1.9.2023
  • 3166 Zeichen

Düsseldorf/Essen. Die rheinische Landessynode hat 2019 das Projekt „Erprobungsräume“ initiiert. Damit unterstützt die Evangelische Kirche im Rheinland gezielt Initiativen, die etwas Neues ausprobieren und sich dabei auf Bereiche oder Zielgruppen konzentrieren, die das gegenwärtige Erscheinungsbild von Kirche kaum prägen. Gefördert werden Teams, deren Vorhaben einen innovativen Charakter aufweisen. Bei den ersten Erprobungsräumen läuft mittlerweile die Förderung aus. Als erstes Projekt wird der Erprobungsraum Segensfeiern jetzt verstetigt und erhält seinen festen Platz im kirchlichen Handeln.

Die ökumenische Initiative „Segensfeiern an der Lebenswende Geburt“ hat sich 2013 in Essen gegründet und ist seitdem über das Ruhrgebiet hinausgewachsen: Inzwischen finden an 36 Orten Segensfeiern für werdende Eltern oder Familien mit Babys statt. 22 Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen aus Gemeinden, Krankenhäusern und Kitas sind dazu auf dem Gebiet der rheinischen Kirche unterwegs, unter anderem in Dinslaken, Solingen und Bonn.

Kirche erreicht Eltern und Kinder in ihrer Lebenswirklichkeit

Es brabbelt, schreit und döst im Gemeindezentrum. Und das ist erwünscht, denn die katholische und evangelische Kirche haben gemeinsam zu einer Segensfeier für Babys eingeladen. Rund 30 Familien sind gekommen. Sie alle haben zur Geburt ihres Kindes eine Glückwunschkarte des ökumenischen Teams bekommen. „Willkommen im Leben, kleiner Segen“, steht auf der Karte, verbunden mit dem Wunsch nach Gottes Segen für das kleine Kind und einer Einladung, an einer Segensfeier teilzunehmen und so unabhängig von der Taufe einen persönlichen Segen als Familie zu erhalten. „Die Geburt eines Kindes ist ein entscheidender Wendepunkt im Leben. Neben großer Freude spüren junge Eltern – vielleicht zum ersten Mal –, dass sie nicht alles selbst in der Hand haben. Hier erreichen wir als Kirche Eltern und Kinder in ihrer Lebenswirklichkeit und von Anfang an“, erzählt Pfarrerin Eva Gabra, gemeinsam mit ihrer Berufskollegin Juliane Gayk Gründerin des Erprobungsraums Segensfeiern.

Auf landeskirchlicher Ebene Teil des Arbeitsbereichs Kirche mit Kindern

In den vergangenen zwei Jahren wurde die Initiative als Erprobungsraum gefördert und begleitet. Die Verstetigung geschieht gleich auf zwei Ebenen. Der Kirchenkreis Essen investiert bereits seit dem 1. Januar 2023 auf Dauer einen Pfarrstellstellenanteil in die Initiative vor Ort. Mit diesem Rückenwind hat der Kirchenkreis zudem entschieden, Segenshandlungen und sogenannten neuen Kasualien noch mehr Raum zu geben und mit der Gründung eines Segensbüros einen neuen Erprobungsraum entstehen zu lassen. Auf landeskirchlicher Ebene sind die Segensfeiern ab dem 1. September 2023 ein Teil des Arbeitsbereichs Kirche mit Kindern. Dr. Lisa J. Krengel, Dezernentin für Kirche mit Kindern, führt die Initiative gemeinsam mit Pastoralreferent Dr. Alexander Jaklitsch vom Bistum Essen weiter und steht Interessierten als Ansprechperson zur Verfügung .

Stichwort: „Erprobungsräume“

Erprobungsräume laden zum Experimentieren ein: Wie kann Kirche neu Gestalt gewinnen? Die Evangelische Kirche im Rheinland macht Platz für neue Ideen und fördert im Sinne der mixed economy ergänzende Formen kirchlichen Lebens, die zusätzlich zur traditionellen Wohnortgemeinde entstehen, um Menschen unterschiedlicher Kontexte und Milieus Zugänge zu einem alltagsrelevanten christlichen Glauben zu eröffnen. Die Landessynode hat dazu 2019 ein umfassendes Förderprogramm für zehn Jahre aufgelegt.

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Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie gliedert sich in 37 Kirchenkreise mit 627 Kirchengemeinden. Die rheinische Kirche hat mehr als 2,2 Millionen Mitglieder.
  • Ekkehard Rüger
  • Gerald Biebersdorf