Von Herzen evangelisch
Pressemitteilung

Von Herzen evangelisch

Reformationsfest Moers

  • Nr. Mit einem Gottesdienst auf der Halde Rheinpreußen begann das Fest des Kirchenkreises Moers zum Reformationsjubiläum. Danach pilgerte der Großteil der Besucherinnen und Besucher zur Evangelischen Stadtkirche in Moers um dort zu feiern.
  • 27.6.2017
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Als Pfarrerin Mareike Maeggi am 25. Juni, morgens um sechs Uhr ein letztes Mal die Absperrbänder und Hinweisschilder prüft, ist es noch ganz still auf der Halde Rheinpreußen. Abgesehen von Vogelgezwitscher, dem Brummen von ein paar Hummeln, dem leichten Wind in Bäumen und Gräsern und dem fernen Autobahnsäuseln.

Weniger als vier Stunden später haben sich 750 Frauen und Männer jeden Alters versammelt, um einen festlichen Gottesdienst zu feiern. Alle 28 Gemeinden im Kirchenkreis Moers haben ihre Gottesdienste an diesem Tag auf die Halde verlegt, um gemeinsam das Reformationsjubiläum zu feiern.

Der Gospelchor „GoodNews“ mit Begleitband sowie ein Posaunenchor unter Leitung von Stefan Büscherfeld sorgen schon zuvor bei den Besucherinnen und Besuchern für beste Stimmung. Dazu gibt es Beiträge vom Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer und dem katholischen Pfarrer  Herbert Werth. Aus der weltweiten Ökumene sprechen koptische Schwestern aus Ägypten, ein Schüler aus Palästina sowie eine indische Theologiestudentin, die von ihrem Leben, ihrer Arbeit und den Möglichkeiten freier Religionsausübung erzählen.

Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst. Während die Kinder ihn auf der benachbarten Wiese altersgerecht mit biblischer Geschichte und Spielen feiern, lauschen die Erwachsenen vier Beiträgen, die sich mit verschiedenen Aspekten von Religion auseinandersetzen. Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers, nimmt den Ort als Ausgangspunkt seiner Rede.

Kirche und Bergbau haben eine gemeinsame Geschichte

Die Landmarke „Das Geleucht“, die überdimensionierte, weithin sichtbare Grubenlampe, verweise auf die Tradition der Region, den Bergbau. Er erinnert daran, wie Kirche und Bergbau, Gemeindeglieder und Bergleute oder Stahlarbeiter miteinander verbunden seien. Oft habe die Kirche bei Mahnwachen unterstützt, im Arbeitskampf der „Kruppianer“ gegen die Schließung des Stahlwerks war die Kirche Partner der Arbeitnehmer.

„Wir waren von der gemeinsamen Hoffnung getragen, dass selbst in den dunkelsten Erfahrungen und größten Schwierigkeiten, das Licht der Hoffnung für uns brennen wird,“ sagt Thiesbonenkamp.

Dieses Licht leuchte auch heute noch. „Manchmal lodert es hell, wie vielleicht vor 500 Jahren in der Reformation, manchmal flackert es in ungewissen Zeiten und wird zum glimmenden Docht, manchmal wärmt es wie die Feuer der Mahnwachen und manchmal merken wir gar nicht, dass wir in anderen Menschen ein Licht der Hoffnung ‚angezündt‘ haben. Stellen wir unser Licht nicht unter den Scheffel, sondern halten es mutig in den Wind unserer Zeit.“

Aufklären und Protestieren, wo es nötig ist