Pressemitteilung

Präses: Einsatz der Polizeiseelsorge ist ein „starkes und wichtiges Zeichen“

Dr. Thorsten Latzel würdigt die Arbeit beim Besuch im Landeskriminalamt

  • Nr. 99/2021
  • 29.6.2021
  • 2869 Zeichen

Düsseldorf. Präses Dr. Thorsten Latzel besucht am Nachmittag in Düsseldorf das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland wird im Rahmen seiner Antrittsbesuche von LKA-Direktor Ingo Wünsch, Kriminaldirektor Sebastian Wessel (Parlamentarische Untersuchungsausschüsse), Kriminaloberrat Sven Schneider (Zentrale Auswertungs- und Sammelstelle Kinderpornografie) und Tobias Rohn (Leitungsstab des LKA) begrüßt.

„Die Pandemie hat die Polizei vor viele zusätzliche Herausforderungen gestellt. Sie ist im Auftrag unseres demokratischen Gemeinwesens in vielen Konfliktfeldern unterwegs“, sagt Präses Latzel. Bei dem Besuch wird er sich unter anderem über die Themenfelder sexueller Missbrauch, Kriminalitätsbekämpfung und islamistischer Terror informieren. „Mir geht es um eine Wertschätzung dieser herausfordernden Arbeit und eine Begleitung von Menschen, die sie tun.“ Man bekomme von außen nur wenig mit von dem, was Polizistinnen und Polizisten im Alltag oft leisten. „Viele Bereiche sind hoch belastend – ich denke etwa an die Aufklärung von Kinderpornografie. Es ist ein starkes und wichtiges Zeichen, dass Kirche da ist zur seelsorglichen, geistlichen Begleitung und ethischen Orientierung“, so der Präses.

Polizeiseelsorge bietet Hilfe beim Umgang mit belastendem Material

Beim Landeskriminalamt ist unter anderem die inzwischen personell und technisch stark ausgebaute Zentrale Auswertungs- und Sammelstelle Kinderpornografie angesiedelt. Die Begleitung der dort tätigen Ermittlerinnen und Ermittler hat sich auch zu einem Schwerpunkt der Polizeiseelsorge beim LKA entwickelt: Sie bietet den Mitarbeitenden Kurse zum Umgang mit dem belastenden Material an, steht der Abteilung im Dienstalltag für entlastende Gespräche zur Verfügung und hat mittlerweile für alle, die dort arbeiten, auch eine verbindliche Supervision organisiert. „Die Kirche versteht sich als Caring Community. Unsere Sorge gilt auch Menschen, die die Aufgabe haben, zivile Konfliktlösungen und ein freies, offenes Zusammenleben zu schützen“, sagt Latzel. „Hier tragen Polizistinnen und Polizisten mit ihrem Verhalten eine große Verantwortung.“

Vorbereitung auf Schwerpunktthema Seelsorge der Landessynode 2022

Im Mai dieses Jahres hatte sich der Präses beim Besuch des Florence-Nightingale-Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf bereits ein Bild von der Arbeit der Krankenhausseelsorge gemacht. Am 26. August richtet sich sein Blick dann auf die Notfallseelsorge, wenn er zu Gast bei der Feuerwache in Köln-Weidenpesch sein wird. Diese Besuche dienen auch der Vorbereitung auf das Schwerpunktthema Seelsorge der kommenden 75. Landessynode vom 16. bis 21. Januar 2022.

Stichwort: Polizeiseelsorge

Die Polizeiseelsorge der rheinischen Kirche begleitet Polizistinnen und Polizisten sowie ihre Familien in Alltags- und Krisensituationen. Der Leitende Landespfarrer Dietrich Bredt-Dehnen kann auf ein Team von sieben Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorgern zurückgreifen. Über die seelsorgliche Begleitung hinaus engagieren sie sich in der Aus- und Fortbildung zu berufsethischen Fragen im Umgang mit Gewalt, Tod und Leiden und veranstalten Seminare mit spirituellen oder familienfördernden Inhalten.

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Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie gliedert sich in 37 Kirchenkreise mit 655 Kirchengemeinden. Die rheinische Kirche hat rund 2,4 Millionen Mitglieder.
  • Ekkehard Rüger
  • ekir.de/Dominik Asbach