Pressemitteilung

„Frieden, Demokratie und Freiheit sind zerbrechlich und brauchen Schutz“

Impuls von Präses Latzel beim Gedenken zum Kriegsende in Hildener Kaserne

  • Nr. 40/2025
  • 08.05.2025
  • 2254 Zeichen

Düsseldorf/Hilden. „Frieden – das ist das erste und letzte Wort Gottes an uns. Darauf ist all unser kirchliches Handeln gerichtet. Und das verbindet uns mit Ihnen als Soldatinnen und Soldaten unserer Verteidigungsarmee.“ Das sagte Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, heute Nachmittag in seinem geistlichen Impuls in der Waldkaserne in Hilden. Der Feldgottesdienst zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde in Kooperation mit der Evangelischen Militärseelsorge gefeiert.

„Sie versuchen dem Frieden auf andere Weise zu dienen, indem Sie die Wirklichkeit des Bösen in unserer Welt eindämmen. Indem Sie unsere Freiheit, unseren Rechtsstaat schützen gegen die, die sie gefährden“, so der Präses in dem Gottesdienst unter freiem Himmel. „Frieden, Demokratie und Freiheit sind zerbrechlich. Und sie brauchen Schutz, mehr denn je. Das ist eine wichtige Aufgabe, die Sie stellvertretend für unsere Gesellschaft ausüben.“ Zugleich sei es keine einfache Aufgabe: „Weil es Töten bedeutet. Weil Waffen und militärisches Denken allzu leicht eine Eigenlogik entfalten. Weil auf der anderen Seite eben auch Menschen sind, die leben wollen – wie Sie und ich. Das ist die Perversion des Krieges: dass ihn eigentlich niemand will und er dennoch alle tötet.“

Engel aus Pskow als Zeichen der Versöhnung

„,Krieg ist etwas Schreckliches. Warum tun Menschen einander das an?‘ Mit diesen Sätzen meiner Mutter bin ich groß geworden“, blickte Latzel zurück. „Heute leben wir in einer Zeit, in der Krieg mitten in Europa eine neue Wirklichkeit geworden ist. Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine dauert nun schon mehr als drei Jahre. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam alles dafür tun, der Gewalt zu wehren – und Frieden zu stiften. Damit Ihre und meine Kinder einmal hoffentlich nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ Als Friedens- und Versöhnungszeichen hatte der Präses für die Soldatinnen und Soldaten Holzengel aus dem Heilpädagogischen Zentrum im russischen Pskow mit im Gepäck. Der Engel in Kreuzform hat unterschiedlich große Flügel und liegt zugleich gut in der Hand – Symbol für Halt inmitten der Verletzlichkeit des Lebens.

Stichwort: Heilpädagogisches Zentrum Pskow

Das Heilpädagogische Zentrum Pskow in Russland besteht seit mehr als 30 Jahren. Im Zuge einer Versöhnungsreise rheinischer Christinnen und Christen 1991 entstand der Plan, in der westrussischen Stadt eine Einrichtung zur Förderung und Betreuung von Kindern mit schweren und mehrfachen Beeinträchtigungen zu schaffen. Im September 1993 begann die Förderschule mit sieben Lehrkräften und 40 Kindern. Mittlerweile gilt das Heilpädagogische Zentrum als Referenzeinrichtung für ganz Russland.

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Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie gliedert sich in 37 Kirchenkreise mit 576 Kirchengemeinden. Die rheinische Kirche hat rund 2,1 Millionen Mitglieder.
  • Ekkehard Rüger
  • Initiative Pskow